Allgemeines zur Flechtenkunde
 

Diese Rubrik soll zügig erweitert werden. Weitere praktische Tipps können Sie auch unter "Allgemeines zur Mooskunde" finden. 

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Feine Pipetten zur Applikation von C, P & K selbstgemacht


Feine Pipetten zur Applikation von C, P & K selbstgemacht

Die für den Tüpfeltest verwendeten Chemikalien (KOH, "K"; Natriumhypochlorid, "C" und para-Phenylendiamin, "P") sind allesamt sehr reaktionsfreudig. Um Haut, Augen und Kleidung zu schützen, sollten sich insbesondere die ins Gelände mitgenommenen Behältnisse sicher handhaben und zuverlässig verschließen lassen. Nur geringe Volumina müssen für einen Test appliziert werden, schon um die Flechten zu schonen, aber auch sich selbst und andere Exkursionsteilnehmende vor herabtropfenden Chemikalien oder Kontamination beim Entlangstreifen zu schützen. Für die Applikation der Chemikalien gibt es immer noch bessere Methoden, doch die nachfolgend beschriebene ist sehr leicht zu realisieren, und viele Leute benutzen bereits die hier verwendeten Tropffläschchen, die man zumindest in Deutschland in fast jeder Apotheke kaufen kann (nur der Form halber: Der Autor und die BLAM lehnen jegliche Verantwortung für irgendwelche Unfälle im Zusammenhang mit dem beschriebenen Verfahren und dessen Anwendung ab). 
Ideal sind die 10ml-Tropffläschchen, wie in der Abbildung links dargestellt. Deren Glaspipette wird durch eine selbstgefertigte Pipette aus Poplypropylen oder einem Kuststoff mit ähnlichen Eigenschaften ersetzt, indem man z. B. eine der links gezeigten Einmalpipetten aus diesem Material über der Spiritusflamme vorsichtig erwärmt und in dem Moment, wo der Kunststoff zu "schmelzen" beginnt, außerhalb der Flamme in eine dünne Kapillare auseinanderzieht. Man kann auch andere Ausgangsmaterialien verwenden, solange deren Durchmesser mindestens dem der Original-Glaspipette entpricht. Tipp: Je schmaler die Schmelzzone, umso kürzer der zur Kapillare verjüngte Bereich und umso kürzer der Übergang auf die normale Dicke der Einmalpipette. Man schneidet dann das dicke Ende zurecht, auf dass es bündig in das Gummihütchen passt  - eventuelle Grate über der Flamme einschmelzen - und kürzt erst dann die Kapillare auf die erforderliche Länge, so dass sie bis auf den Flaschenboden reicht. Das wird alles nicht beim ersten Mal funktionieren, aber wer schon Erfahrung mit Glaskapillaren hat, schafft es vielleicht sofort. Man kann mit diesen Kapillaren Mikrolitermengen applizieren, sie halten ewig, weil Polypropylen (oder -ethylen) chemisch weitgehend inert ist, und, ganz wesentlich, sie brechen nicht ab. Da das Material elastisch ist, können bei unvorsichtiger Handhabung Tröpfchen "abgeflippt" werden, aber insgesamt sind die feinen Kapillaren sicherer, die Gesamtmengen erheblich geringer, und Vorsicht ist mit diesen Substanzen sowieso immer geboten.  
Zur Aufbewahrung und zum Transport im Gelände, etwa in der Westentasche, kann man z. B. den unteren Teil von flachen Shampoo-Flaschen verwenden, die man innen mit saugfähigem Papier auskleidet - dann klappern die Flaschen nicht bei jedem Schritt. Und sollte mal ein Tropfen sich verirrt haben, wird er vom Papier aufgenommen. 


BLAM e.V. (2009)